Bestandsgebäude mit digitaler Intelligenz nachrüsten

November 2017 – In Berlin und Hamburg entsteht zur Zeit die ersten Generation von Smart Buildings in Deutschland. Doch wie verhält es sich mit bestehenden Gebäuden? Können auch sie mit digitaler Intelligenz nachgerüstet werden? QDS meint ja, wenn entsprechende Voraussetzungen gegeben sind. Mehr dazu finden Sie hier.  

Bürogebäude im Jahr 2030: Nutzer checken online per Smartphone ein, dynamische Wegweiser führen zu personalisierten Arbeitsplätzen, das Facility Management geschieht mittels VR-Brille. Willkommen im Zeitalter der Smart Buildings! Was nach Science-Fiction klingt, ist in zwei deutschen Großstädten bald Realität: Gleich neben dem Berliner Hauptbahnhof entsteht die 17.000 m² umfassende Büroimmobilie “cube berlin”. Unweit davon wird “Grand Central Berlin”realisiert, ebenfalls ein Bürobau mit rund 22.000 m². Und mit “The Pier”, das nach Fertigstellung 25.000 m² modernste Bürofläche in der HafenCity bietet, bekommt auch Hamburg sein erstes intelligentes Officegebäude.

Vernetzte Energiesysteme bei Smart Buildings
Vernetzte Energiesysteme sind ein Baustein intelligenter Gebäude | Bild: Dagmar Hotze
Reinhard Heymann wirbt für eine umfassende Gebäudeinfrastruktur
QDS-Geschäftsführer Reinhard Heymann wirbt für einen umfassenden Ansatz bei der Gebäudeinfrastruktur | Bild: Dagmar Hotze

Neue Möglichkeiten für das Facility Management 

Die Gebäude sind deshalb bemerkenswert, weil sie digitale Technologien für die gesamte Gebäudesteuerung nutzen: Von der Klimatisierung über die Heizung und Beleuchtung bis zu Zugangskontrollen und der Energieversorgung – alle Systeme und Komponenten kennen nur eine Sprache und die heißt: IP. Hinzu kommt eine effiziente Verkabelung, so dass die TGA kein Kabelsalat – wie leider häufig in komplexen Gebäuden – ist, sondern ein schlankes, vernetztes System, das über das Internet kommuniziert. Für die Objektwartung, das Facility Management, bieten sich dadurch neue Möglichkeiten: Zum einen sorgen Sensoren dafür, dass sich alle Funktionen raum-, bedarfsweise und sogar nutzerabhängig regeln und monitoren lassen. Zum anderen können die Gebäude- und Energiedaten mit weiteren Informationen verknüpft werden, wie etwa Wetter- oder Verkehrsdaten, so dass das Gebäude “weiß”, was um es herum passiert und sich darauf entsprechend einstellen kann. Über ein Dashboard können alle Funktionen im Gebäude in Echtzeit überwacht und bei Bedarf ortsungebunden (nach)justiert werden. Damit sind Energieverbräuche nicht länger eine Black Box und Vorgänge in Gebäuden werden transparent. Fragen wann welche Räume, Lounges, Aufzüge und andere Nutzungen frequentiert werden und wie lange, lassen sich das im Handumdrehen beantworten. Im Bereich vernetzter Geräte – sogenannte Smart Devices, eingebundenen in das Internet der Dinge (IoT) – wird der Fantasie keine Grenzen mehr gesetzt sein. IoT-basierte Anwendungen tragen nicht nur dazu bei, die Gebäudeperformance zu steigern, sondern helfen zudem, den Nutzerkomfort zu erhöhen. Immer vorausgesetzt natürlich, die Daten werden rechtskonform verwendet.

“Dumme” Bestandsgebäude nachrüsten

In Neubauten wird eine IP-basierte Gebäudeinfrastruktur zukünftig zum Standard gehören. Wie aber verhält es sich mit der Cleverness von Bestandsgebäuden? Auch die lassen sich zu intelligenten Gebäuden umrüsten, wenn eine TGA-Grundinfrastruktur vorhanden ist. Zunächst empfiehlt es sich, eine Ist-Analyse der vorhandenen verbauten Systeme und Komponenten durchzuführen. Die Q-Data Service GmbH (QDS) ist gerade mit diversen Projekten betraut, bei denen es darum geht, die vorhandene “old school”-Gebäudeinfrastruktur, in die in den vergangenen 20 Jahren immer mal wieder etwas “hinzuintegriert” wurde, auf ein zukunftsfähiges Niveau zu heben. Das ist zwar kein Pappenstiel. Doch angesichts der vorhandenen Potenziale für Energieeinsparungen, Datentransparenz und mehr Nutzerkomfort, lohnt sich der Aufwand in jedem Fall.

Erheblicher Beratungsbedarf bei Eigentümern und FM-Dienstleistern

Im kommenden Jahr wird QDS seine Beratungsleistung im Bereich Smart Building weiter ausbauen und sich insbesondere auf die Ertüchtigung des Gebäudebestandes konzentrieren. “Auf der Eigentümerseite sehen wir hier teils erheblichen Beratungsbedarf, da dass Innenleben eines Gebäudes häufig völlig unbekannt ist”, hat Geschäftsführer Reinhard Heymann festgestellt. Auch FM-Dienstleister seien oftmals mit der Gebäudeinfrastruktur und den Wirkungsweisen von Funktionen wenig vertraut. “Dass die IT in den Bau- und Immobiliensektor Einzug hält und sich das Planen, Bauen und Betreiben dadurch grundlegend verändert, ist unaufhaltsam. Die große Herausforderungen ist, die für Smart Building s notwendigen Netzwerkpartner zu Teams zusammenzuführen”, ist der Fachmann überzeugt.

Text und Fotos: Dagmar Hotze