Büroarbeitswelten in und nach Corona-Zeiten

Die Corona-Pandemie bewirkt nicht nur, dass das Arbeiten im Home Office alltäglich(er) wird. Auch zig Tausend Büroarbeitsplätze sind stark von Veränderungen durch die Einhaltung von Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln betroffen. Jedes Unternehmen, vom  KMU bis zum Weltkonzern,  das seine Belegschaft aus dem Home Office ins Großraumbüro zurückholen will, muss kurzfristig entsprechende Anpassungen vornehmen, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihren Arbeitsplatz zurückkehren und unter Beachtung der Hygienevorschriften arbeiten können. Darüber hinaus dürfte Corona auch langfristige Auswirkungen auf die Büroplanung haben. Welche Folgen das sein könnten und was der Einsatz smarter Gebäudetechnik damit zu tun hat, darüber haben wir mit Frank Schröder, Leiter Facility Management bei Phoenix Contact Electronis, gesprochen.  

Bildrechte: Phoenix Contact Deutschland

QDS: Herr Schröder, wenn die akute Ansteckungsgefahr von Covid-19 gebannt ist, werden Unternehmen dann in analoge Zeiten zurückschalten, beispielsweise in Sachen Home-Office?

Frank Schröder: Gerade jetzt erlebe ich, dass jede Krise auch eine Chance mit sich bringen kann. Ich denke, viele werden gerade erst richtig warm mit den Vorzügen der Digitalisierung. Beim Bezahlen mit der Apple Watch hat das auch erst eine Weile gedauert, bis sich alle dran gewöhnt hatten. Gerade jetzt erkennen viele, dass bargeldloses Bezahlen viel einfacher und unkomplizierter ist. Viele sprechen in diesen Zeiten von einer „neuen Normalität“, ich wünsche mir, dass wir das ein oder andere aus dieser Zeit mitnehmen und es zukünftig fest in unserem Alltag integrieren. Fast alle Büroarbeitsplätze wurden vorübergehend in das Home Office verlegt. Eine Perspektive, die man sich so vor ein paar Monaten noch nicht hätte vorstellen könne. Mittlerweile wird der Smalltalk an der Kaffeemaschine durch digitale Kaffeepausen ersetzt und auch Meetings finden ganz selbstverständlich über Microsoft Teams statt.

QDS: Kann der Einsatz smarter Gebäudetechnologien helfen, um Infektionsrisiken zu minimieren?

Frank Schröder: Grundsätzlich können smarte Gebäudetechnologien helfen. Das fängt schon bei sich automatisch öffnenden Türen an. Türklinken und Lichtschalter, braucht heute keiner mehr anfassen – Bewegungsmelder übernehmen die digitale Steuerung von der Beleuchtungsanlage und reduzieren so schon erheblich die Kontaktflächen. Vor allem auch die Remote-Zugänge in der Gebäudetechnik sorgen dafür, dass selbst einige Reparaturen kontaktlos in den Technikräumen stattfinden können.

QDS: Ihre Dialog Days gaben interessante Einblicke in die Verwendung von Gebäudedaten. Wenn Sie Gebäudeeigentümern einen Rat geben sollten, welche Informationen sie am ehesten sammeln sollten, um sie gewinnbringend einzusetzen, welche Daten wären das?

Frank Schröder: Grundsätzlich können alle Gebäudedaten erst einmal wichtig und wertvoll sein. Umso mehr Daten ich habe, desto mehr Rückschlüsse kann ich aus diesen ziehen. Durch die Anomalie der Daten, kann ich heute schon Probleme erkennen, die uns morgen vor Herausforderungen stellen. So habe ich die Chance, rechtzeitig zu handeln. In unseren Immobilien bei Phoenix Contact, kommt als Gebäudeleitsystem unser Produkt “Emalytics” zum Einsatz. Dieses normalisiert und standardisiert die unterschiedlichen Busprotokolle gleichermaßen. Unterschiedliche technische Hintergründe spielen so keine Rolle mehr. Wenn alle Gewerke im Gebäude miteinander sprechen, werden wir effizienter und können so bewusst auch Betriebskosten reduzieren. Schauen wir mal in die Zukunft. Künstliche Intelligenz wird mehr und mehr zum Megatrend werden. Gerade unter Gesichtspunkten wie Fachkräftemangel. Auch Effizienzsteigerungen und Einsparungen im Bereich der Betriebskosten werden mit einer Vielzahl an gesammelten Daten möglich. Jetzt, gerade wo die Bürogebäude nur wenig genutzt werden und die meisten Mitarbeiter im Home Office sind, gehen die Betriebskosten nicht automatisch runter. Wenn ich aber die Info habe, wo und wie welche Infrastruktur benötigt wird, kann ich auch in diesen Zeiten die Betriebskosten reduzieren.

QDS: Im kommenden Jahr wird – aller Voraussicht nach – die CO2-Bepreisung eingeführt. Für den Gebäudesektor bedeutet das, transparente Informationen über Emissionswerte im Zusammenhang mit Energieverbräuchen liefern zu können. Welche Lösungen bietet Phoenix Contact hier Gewerbeimmobilieneigentümern?

Frank Schröder: Unser Gebäudemanagementsystem “Emalytics” bietet umfangreiche Möglichkeiten bezogen auf das Energiemonitoring. Mit “Emalytics” können die zahlreichen technischen Gebäude- und Energiesysteme auf einer IoT-basierten Plattform vereint werden. So ist es möglich sämtliche Energiedaten aufzuzeichnen und bereitzustellen, um somit Aussagen über den Energieverbrauch treffen zu können. Das gibt uns wiederum auch die Chance die gewonnenen Daten zu überwachen sowie zu analysieren. Letztendlich kann durch eine Analyse eine Verbesserung des Gebäudebetriebes auf Basis der erhobenen Daten erreicht werden.

QDS: Wie können Phoenix Contact, als Anbieter von Komponenten und Systemlösungen, und QDS, als Systemintegrator, künftig auf dem Gebiet von Smart Buildings zusammenarbeiten?

Frank Schröder: Wir sind der Auffassung, dass wir gemeinsam mehr erreichen können. Durch unsere Systempartnerschaft können wir die Möglichkeiten, die durch intelligente Gebäude entstehen, gemeinsam erlebbar machen. Zukünftig sollten Gebäude neu gedacht werden. Die Kommunikation der einzelnen Gewerke ist nicht mehr die Herausforderung. Mit “Emalytics” als ‚Betriebssystem des Gebäudes‘ ist die gesamte Liegenschaft updatefähig. So können Gebäude nicht mehr alt werden – das ist natürlich auch für Investoren interessant. QDS und Phoenix Contact können mit der Zusammenarbeit dem Kunden einen echten Mehrwert liefern.

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