Smart Living erfreut sich zunehmender Beliebtheit

Intelligente Technologien werden in den eigenen vier Wänden immer häufiger eingesetzt, um das konventionelle Zuhause in ein Smart Home zu verwandeln. Laut einer repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der Wirtschaftsinitiative Smart Living (WiSL) schätzen rund die Hälfte aller Bundesbürger, dass smarte Anwendungen dazu beitragen können, das Leben komfortabler und sicherer zu machen, Tendenz steigend.

Elektrotechiker führt Messung durch | Bildrechte: ArGe Medien im ZVEH

Zudem werden Smart Home-Anwendungen im Zuge der Energiewende immer attraktiver, weil sie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten und den Einsatz erneuerbarer Energien vorantreiben können, so der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Je nach Gebäudetyp spielen Smart Home-Lösungen jedoch eine höchst unterschiedliche Rolle.

Mehrfamilienhäuser nur selten smart

Bisher werden Smart Home-Lösungen vor allem in Einfamilienhäusern verbaut. Knapp 91 Prozent der Elektrobetriebe haben hier smarte Technologien installiert. In Gewerbeobjekten waren immerhin noch fast 45 Prozent der Betriebe aktiv, in Mehrfamilienhäusern lediglich rund 30 Prozent. Die Ergebnisse decken sich mit den Erfahrungen von QDS: „Im Neubausegment von Einfamilienhäusern erleben wir häufig, dass sich Bauherren bereits recht gut über technisch Machbares und Mögliches erkundigt haben und wissen, was sie möchten. Auch Käufer von Eigenheimen, die ein bestehendes Objekt zum Smart Home umbauen möchten, sind relativ gut informiert darüber, worauf es ankommt, um wirklich das Potenzial eines vernetzten Wohngebäudes auszuschöpfen und wollen ihr Haus auch entsprechend zukunftssicher und werthaltig ausstatten“, sagt Stefan Denker, Geschäftsführer der Q-Data Service GmbH. Großen und umfassenden Beratungsbedarf sieht der Systemintegrator bei der Planung von neu zu bauenden und bei der Sanierung von bestehenden Mehrfamilienhäusern. „Hier ist nach wie vor ein enormer Wissenstransfer in Richtung der Bau- und Immobilienwirtschaft zu leisten, um die Notwendigkeit vernetzter Funktionalitäten zu vermitteln, insbesondere im Hinblick auf den Einsatz und die Steuerung regenerativer Energien sowie die Integration von Elektromobilität.“ Angesichts der im Klima- und Konjunkturpaket beschlossenen Maßnahmen, wie die ab dem 2021 geltende CO2-Bepreisung, der bevorzugten Sektorkopplung und die Gebäudeinfrastruktur für die Einbindung von Elektrofahrzeugen vorzubereiten, ist Denker jedoch zuversichtlich, dass das Thema Smart Home auch hier weiter Fahrt aufnimmt.

KNX/EIB ist der Favorit

Eine klare Aussage macht die Umfrage hinsichtlich der verbauten Systeme. Hier ist KNX/EIB mit rund 54 Prozent ganz klar der Favorit, gefolgt von free@home aus dem Hause Busch-Jaeger (17 Prozent), eQ3 (5,7 Prozent) und Loxone (5,3 Prozent). Zudem bevorzugen die Betriebe Lösungen deutscher bzw. europäischer Anbieter wegen einer höheren Datensicherheit und Servicequalität.

Spezialisierte Fachkräfte gefragt

Ein wichtiger Faktor, der darüber entscheidet, in welcher Dimension künftig Smart Home-Projekte realisiert werden, sind Fachkräfte. Um entsprechend aufgestellt zu sein, wollen 66 Prozent der befragten Handwerksunternehmen in den nächsten drei Jahren Mitarbeiter im Bereich Smart Home weiterbilden, so der ZVEH. Neben der Weiterbildung hat auch die Ausbildung entsprechender Smart Home-Experten eine hohe Bedeutung. Der ZVEH hat daher bereits im Sommer 2019 beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Neuordnung der Ausbildungsberufe angestoßen. Sie beinhaltet unter anderem die Schaffung des neuen Ausbildungsberufs „Elektroniker/in für Gebäudesystemintegration“ und soll dazu beitragen, Dienstleistungen rund um Smart Home fester in der handwerklichen Dienstleistung zu verankern. Im späteren Berufsleben stellen die Spezialisten ein wichtiges Bindeglied zu Planern im Bereich smarte Gebäudetechnologien dar und fungieren auf Baustellen als qualifizierter gewerkeübergreifender Ansprechpartner. Für QDS, die seit langem fachübergreifend in Elektrotechnik und IT arbeitet, ist diese Ausbildung ein hervorragendes Angebot an junge Leute, eine Karriere im Bereich Gebäudevernetzung zu starten. Nach letzten Informationen soll der Ausbildungsberuf ab dem Ausbildungsjahr 2021 angeboten werden.

Text: ZVEH und QDS

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